Seit dem Mittelalter gilt die heilige Barbara als Schutzpatronin
des Bergbaus. Die Legende ist um 1250 entstanden. Demnach lebte im 3.
Jahrhundert in Kleinasien ein angesehener und reicher Römer. Er war
Heide und als Verehrer von Göttern und Götzen bekannt und hatte eine
bildhübsche und gebildete Tochter namens Barbara. Um Barbaras
Schönheit zu bewahren und sie von den Menschen fernzuhalten, sperrte
er sie in einen Turm ein. Barbara nutzte diese Einsamkeit zum Studium
der Wissenschaften. Sie lernte die christliche Religion kennen, sah
in einem christlichen Leben ihre Lebensaufgabe und ließ sich taufen.
Bevor ihr Vater eine größere Reise antrat, ließ er im Turm eine
Stube mit zwei Fenstern einrichten. In Abwesenheit ihres Vaters wurde
auf Barbaras Wunsch ein weiteres Fenster hinzugefügt. Damit wollte
Barbara der Dreifaltigkeit Gottes entsprechen. Als der Vater von
seiner Reise zurückkehrte, musste ihm Barbara Rechenschaft über das
dritte Fenster ablegen, und sie bekannte sich zum Christentum. Ihr
Vater war darüber so erzürnt, dass er seine Tochter mit einem Schwert
töten wollte. Barbara aber betete zu Gott, worauf sich der Fels
spaltete, Barbara aufnahm und sie auf einem Berg wieder freigab. Ihr
Aufenthalt wurde jedoch verraten. Nachdem sie trotz schrecklichsten
Folterungen nicht vom christlichen Glauben abschwor, wurde sie von
ihrem eigenen Vater enthauptet. Er wurde unmittelbar danach von einem
Blitz erschlagen. Barbaras letzter Wunsch soll es gewesen sein, es
möge Gott durch sie all denen beistehen, welche unvorbereitet einem
plötzlichen Tode gegenüberstehen.
Die heilige Barbara wird oft mit einem Turm, einem Schwert oder
einer Feder abgebildet. Der Turm erinnert an ihre Gefangenschaft und
ihr Martyrium. Der Turm hat in der Regel drei Fenster, als Symbol der
Dreifaltigkeit. Das Schwert nimmt Bezug auf die grausame Handlung des
Vaters. Die Feder gilt als Zeichen der himmlischen Nähe oder als
Symbol der Jungfräulichkeit. Die heilige Barbara gilt auch als
Schutzpatronin der Architekten, Glöckner, Artilleristen und
Gefangenen.